Ich sitze gerade schön in der Vogtlandbahn, auf dem Weg zu meiner Oma, auf dem Weg zum besten Osteressen was ich mir wünschen kann.
Am Geraer Bahnhof, an welchem ich umsteigen musste, habe ich einen großen Aushang der Vogtland Bahn gesehen:
“Unsere Bahnen fahren ohne Zugbegleiter (Schaffner)”
Normalerweise zahle ich bei der deutschen Bahn nur auf längeren Strecken, weil dort das Risiko erwischt zu werden höher ist, in der Vogtlandbahn zahle ich jedoch, trotz etwa gleicher Preisgestaltung, freiwillig das Geld für ein Ticket.
Und das trotz der Tatsache, dass ich, aufgrund des Fehlens eines Zugbegleiters, gar nicht erwischt werden kann.
Und das faszinierende, ich habe mich zu beobachtungszwecken extra an den Fahrscheinautomat im Zug gesetzt, alle anderen Fahrgäste zahlen auch brav ihr Ticket, obwohl aufgrund der Zuggröße für jeden ersichtlich ist, dass kein Zugbegleiter den Zug begleitet.
Sind wir inzwischen alle wirklich so Anti geworden, dass wir die Möglichkeit nicht zu zahlen brauchen, um eben zu bezahlen?
Open Source Prinzipien im realen Leben.
Lassen wir doch uns alle Entscheiden, welchen Wert ein Produkt, eine Dienstleistung für uns hat und danach ob und wie viel wir bezahlen wollen.
Vielleicht wollen wir einfach nicht weiter dem Druck ausgesetzt werden, bezahlen zu müssen, sondern wir wollen bezahlen dürfen.
Ich zahle gerne für etwas, was mir gefällt, oder wenn ich auf ein Konzert gehe, dann kaufe ich ein T-Shirt, wenn die Band gut war, um diese so zu Unterstützen.
Warum können wir das nicht einmal im realen Leben probieren?
Ist es wirklich so entscheidend Milliardenumsätze zu erwirtschaften, oder bringt es nicht auch Ansehen, ein Produkt zu “verschenken,” dass heißt den künftigen Besitzer entscheiden lassen, was es ihm Wert ist.
Klar es gäbe dann halt keine Milliarden mehr für Aktionäre, aber ich bin der Meinung, dass diese eh genug verdient haben in den letzten paar Jahren.
In diesem Sinne, ein frohes Osterfest, möge die Idee des GNU-Projektes vom Kreuz des Kapitalismus auferstehen.