Wie, nur 200 GB Festplatte, 1 GB Arbeitsspeicher, 2 Stunden Akkulaufzeit, Dual-Coreprozessor 2,4 GHZ und dafür soll man 500 € ausgeben, dafür bekomme ich doch mehr.
Denkt man sich wenn man die Angebote der Discounter ansieht und man hat Recht, denn Heute sind 200 GB Festplatte nur noch das Minimum, 1 GB Arbeitsspeicher gehört zur Grundausstatung, ein 2,4 GHZ Prozessor ist das normalste von der Welt und 2 Stunden Akkulaufzeit gehen auch schnell vorbei.
Doch wie erstaunt ist man dann, wenn man den alten Laptop seines Vaters, der vor 5 Jahren zu den besten Geräten auf dem Markt gehörte, neu einrichtet, damit auch der kleine Bruder in den Genuss des moblien Gamings, bzw. des mobilen Arbeitens kommen kann. Man ist geschockt, wenn statt der 200 GB Festplatte, die inzwischen zum Standard geworden ist, gerade einmal 30 GB verfügbar sind und der Prozessor mit 2,4 GHZ nur einen Kern hat. Von den 512 MB Arbeitsspeicher, die auch noch von der Grafikkarte mitbenutzt werden, will man gar nicht erst Anfangen. Doch vor 5 Jahren, waren dieser Werte schon überdurchschnittlich gut und mit über 800 € ein Schnäppchen, was man sofort kaufte.
Doch selbst dieser Oldtimer ist noch vergleichsweis gut, verglichen mit meinem ersten Computer, den ich vor 8 Jahren geschenkt bekam. Als ich diese geschichtträchtige Rarität vor einem halben Jahr auf unseren Dachboden wiederfand, erinnerte ich mich an die verschiedenen Aufgaben, die ich damals mit diesem Hochleistungsgerät durchführen konnte. Meine erste Facharbeit, in der 8 Klasse, hatte ich auf diesem PC geschrieben, Age of Empires lief auf ihm schon ohne zu ruckeln, dank der Arbeitsspeichererweiterung auf 128 MB, Age of Empires 2 ging gerade noch so.
Doch trotz der verhältnismäßig kleinen Festplatte, 4 GB waren damals schon sehr viel, war die Festplatte immer noch zur Hälfte Frei, das kann ich von meiner momentanen 160 GB Festplatte nicht mehr behaupten, die ist trotz dieser riesen Menge an Speicherplatz schon wieder einmal voll, dazu kommen noch 2 externe Festplatten mit je 40 GB, die auch schon fast unter der Speicherflut ersticken.
Vor ein paar Jahren gab es ja auch noch kaum Musik und Filme, die ich auf dem PC hatte, damals sah man Filme im Fehrnsehen oder auf Video, Musik hatte man auf Kasette oder CD und spielte diese bei Bedarf auf der Stereoanlage ab, telefoniert wurde mit dem Telefon, ein Handy war nur für Notfälle gedacht, Kontakt zu Freunden, die man nicht jeden Tag sah, hielt man mit Briefen, doch Heute hat man für all diese Aufgaben einen Computer, bzw. Laptop, mit diesem sieht man Filme, DVD`s, sieht Fehrnsehen über einen Lifestream, Nachrichten werden bei Spiegelonline gelesen, telefoniert wird über Skype, Briefe heisen inzwischen E-Mails und brauchen keine Tage bis zum Empfänger, sondern weniger als eine Sekunde, das Handy ist längst nicht mehr für Notfälle, sondern wichtig um Kontakt zu halten, wer kein Handy hat, der ist schon fast Kontaktlos, oder ein Öko.
Panik macht sich breit, wenn man nicht mindestens 3 mal am Tag E-Mail ansehen kann, an meinem ersten Computer hatte ich nicht einmal Internet. Social Networks laufen fast den ganzen Tag, man könnte ja eine Nachricht verpassen. Auch Tagebuch führt man nicht mehr, wenn man etwas über seine Gedanken schreiben möchte, dann macht man das in einem eigenen Blog oder über Miniblogs, wie etwa Twitter. Privatsphäre, so etwas ist doch für Leute, die etwas zu Verbegen haben, oder etwa doch nicht?
Inzwischen gibt es viele Wahrnungen über Versuchen den gläsernen Bürger zu schaffen, Stasi 2.0, Überwachungsstaat, das sind Begriffe, die wir alle inzwischen verwenden, um die momentane Situation zu beschreiben, aber sind es wirklich nur die Regierungen und Konzerne, die den gläsernen Bürger wollen oder schaffe wir dieses Bild nicht selber, indem wir so viele Informationen von uns Preisgeben?
Wer hätte vor ein paar Jahren seinen namen auf einer Webseite angegeben? Inzwischen ist es aber ganz normal, den eigenen Namen, das Geburtsdatum und den Wohnort auf jeder X-beliebigen Seite einzutragen, da macht man sich schon gar keine Gedanken drüber.
Ist es also wirklich der Staat, der uns in Richtung Überwachungsstaat führt, oder gehen wir diesen Weg nicht doch irgendwie Freiwillig? Ist es nicht schon fast Standard, auf einer Webseite mit dem eigenen Namen angesprochen zu werden? Müssn wir uns nicht viel eher Sorgen machen, darum wie viel wir freiwillig von uns preisgeben, damit wir den Luxus haben, bei Ebay einfach auf Kaufen klicken zu können, ohne jedesmal die Adresse und Kontonummer anzugeben, als um die Bemühungen der Regierung, uns zu überwachen? Gibt es nicht inzwischen genug Programme, um völlig Anonym zu bleiben?
Man kann mit einem anonymen Remailer Mails verschicken, diese auch noch vorher mit PGP verschlüsseln, man kann die Internetverbindung über einen Proxyserver leiten, man kann Javascript und Cookies, die zum erstellen von Benutzerprofilen genutzt werden, in fast jedem Browser ausstellen. Man kann so viel, jedoch kaum einer tut etwas gegen die Datenspeicherung, den wer möchte schon eine E-Mail erst verschlüsseln, das kostet doch alles Zeit und so geheim sind die Daten ja auch nicht, denken sich viele.
Doch wie wäre es, einfach den E-Mailverkehr zu reduzieren, nur noch wichtige Dinge zu schreiben, das würde jede Menge Zeit sparen, die man für das verschlüsseln eben dieser E-Mail nutzen könnte, welches aller höchstens 1 Minute dauert. Und müssen wir wirklich überall mit unserem Namen begrüßt werden, reicht es nicht, wenn wir die Informationen auf der Webseite erhalten und lesen können, brauchen wir wirklich solche Spielereien?
Wenn interresiert es denn, wann wir das letzte mal die E-Mails angesehen haben, uns doch sicher nicht, den wenn uns das interresieren würde, dann würden wir dafür sorgen, das wir uns irgendwie an diesen Zeitpunkt erinnern können. Ist es also nicht eher an uns, unsere Informationspreisgabe zu überdenken, statt auf den Staat zu schimpfen? Den dieser nutzt größten Teils Daten, die öffentlich zugänglich sind, weil wir sie preisgegeben haben, um Profile von Nutzern anzufertigen.
Es ist keineswegs so, das der Staat die Überwachung in der Hand hat, wir Nutzer liefern ihm das meiste Freiwillig auf dem Silbertablett, der Staat muss diese Informationen nur noch einsammeln und Speichern, um Profile zu erstellen. Doch was macht ein Staat, wenn es über einen Menschen keine Informationen gibt? Wird dieser dann verhaftet? Nein. Wird er bespitzelt? Vielleicht, aber nur solange wie genug Resourcen verfügbar sind, um alle Nutzer, die keine Informationen über sich preisgeben zu überwachen. Was ist nun, wenn 50 % aller Internetsurfer über anonymisierungdienste ins Netz gehen? Gut das gibt die momentane Struktur und Verfügbarkeit der Anonymisierungsdienste nicht her, aber wenn man diese Resourcen ausbauen würde, dann wäre es wahrscheinlich nicht mehr möglich diese Masse zu Überwachen, den dann wären die Kosten für das Profiling unverhältnismäßig. Das Profiling lohnt sich momentan nur, weil die Informationen zu den meisten Menschen frei Verfügbar sind.
Es ist also der Nutzer gefragt, er muss umdenken, er muss sich gut überlegen, wo er seine Daten herrausgibt. Man kann das Profiling relativ einfach umgehen, einfach bei einem Freemail-Dienst ein Konto einrichten, natürlich darf man beim einrichten nicht seine normlae Adresse und den Namen verwenden, aber das sollte ja selbstverständlich sein. Cookies nur von Seiten annehmen, denen man vertraut, Javascript ebenfalls nur auf solchen Seiten aktivieren und Formulare, die nach den eigenen Daten fragen mit Nonsins ausfüllen, wenn sie sich nicht umgehen lassen, um an die gewünschten Informationen zu gelangen.
Es fällt überhaupt nicht auf, wenn man statt seinen eigenem Namen einenen fiktiven in das Formular schreibt, man muss sich nur damit abfinden, dass man dann halt mit diesem Synonym auf der Webseite angesprochen wird.
Diese Maßnahmen sind nur der erste Schritt, der teilweise ein Profiling verhindert, wer sichergehen will, soll am besten gar nicht ins Internet, oder wenigstens mit einem Proxy. Das Synonym sollte man auch nicht zu oft verwänden, sondern häufig wechseln, damit auch keine anonymen Profile erstellt werden können, den auch die gibt es.
Die technische Revolution, beschert uns also nicht nur billige Computer, sondern lässt uns auch etliche Gefahren vergessen, die das Internet uns beschert, auch wenn diese Gefahren oft aus Leichtsinnigeit und dem streben nach Luxus in jeder Situation entsteht. Doch gerade das macht diese Gefahren so Surreal, von einer Herdplatte weis man spätestens nach dem man einmal auf sie draufgefasst hat, das sie heiss ist, jedoch von den Gefahren des Internets liest man immer nur, einem selbst passieren die schon nicht, man hat ja keine Daten, die jemand klauen könnte und auch das eigene Leben ist eigentlich viel zu Langweillig, als das sich jemand dafür interresieren könnte, glaubt man jedenfalls.
Trotzdem wird von jedem ein Profil erstellt, jeder steht unter dem Generalverdacht ein Terrorist zu sein, denn seien wir ehrlich, wir alle könnten eine Bombe basteln, wenn wir es nur wöllten, oder unsere Nachbarschaft umbringen, nur weil sie uns nicht zur letzten Grillparty eingeladen haben, allerdings dürfen wir deshalb gleich alle unter Generalverdacht gestellt werden? Darf man überhaupt Frei Leben, wenn man im nächste Momment Amok laufen könnte? Ja, darf man, denn wer sagt, das man dies auch wirklich tut? Etwa die Regierung? Auf welcher Grundlage, nur weil man einmal auf eine Webseite über Counter Strike gekommen ist und dieses im Profil verzeichnet wurde? Dann darf ich auch verhaftet werden, weil ich ein Messer kaufe, um zu Kochen, denn wer Garantiert, das ich dieses Messer nicht irgendwann dazu benutze jemanden zu töten? Soweit sind wir zum Glück noch nicht, wobei vielleicht wird ja neben den Kreditkartendaten auch die Einkaufsliste gespeichert, wenn man den mit der Kreditkarte bezahlt, natürlich aus bequemlichkeit.
Also ist es meistens unsere Sorglosigkeit und unser Bequemlichkeit, die Schuld daran ist, das wir zum gläsernen Bürger werden und genau die wird doch mit jeder technischen Neuerung gefördert, oder warum sonst kann man inzwischen sogar Pizza über das Internet bestellen, obwohl das Telefon nur 2 Meter weiter steht. Hier sollten wir ansetzten und unsere Gedanken sammeln, denn durch Beschwerden über den bösen Überwachungsstaat gewinnen wir nicht viel, sondern schieben unsere eigenen Probleme nur auf andere, was auch wieder der Bequemlichkeit dienbar ist, die wir durchbrechen müssen, um die Situation zu ändern.


Du sprichst einen wichtigen Aspekt der Datensicherung an. Datenvermeidung ist wirklich der beste Weg der persönlichen Datensicherheit. Aber es ist ja wirklich so bequem, allüberall seine wirklichen Daten zu hinterlassen. Mir passiert das auch recht häufig.
Aber es hat eine ganz andere Qualität, wenn von staatlichen Stellen systematisch Unmengen von Echtdaten gesammelt werden. Man mus sich nur einmal vor Augen führen, was in der nächsten Zeit an staatlich verordnteten zentralen Datenpools eingerichtet wird. Zuerst die elektronische Gesundheitskarte mir einem zentralen Speichersystem für die Krankendaten aller Versicherter und mit allen Arzneirezeptdaten dieser Menschen. Dann der elektronische Einkommensnachweis mit den Daten über den Verdienst jedes Arbeitnehmers und dessen Steuernumer. Weiterhin das zentrale Melderegister mit bis zu 60 Daten jedes Bürgers, und zu guter Letzt der elektronische Personalausweis mit elektronisch lesbarem Foto und optional Fingerabdrücken.
Solche zentralen Datensammlungen mit verifizierbaren Daten über jeden Bürger sind mit den Datensammlungen, die im Internet heutzutage zusammengetragen werden können gar nicht vergleichbar. Bei den staatlich verordneten Datensammlungen kann man mit sicherheit davon ausgehen, dass die daten valide sind. Aus den jetzt zur Verfügung stehenden Mitteln erstellte Profile sind immer fehlerträchtig und spiegeln nicht unbedingt das Verhalten einer Person richtig wider. Trotzdem sind diese Pools enorm wertvoll für interessierte Kreise. Wie wertvoll werden dann erst die staatlich organisierten, validen Datensammlungen werden?
Es ist aber nicht nur der Aspekt möglichen Missbrauchs, der Sorgen machen sollte. Der Staat stellt seine Bürger tatsächlich unter Generalverdacht. Es ist zum Beispiel für die Sicherheit des Personalausweises völlig unerheblich, wenn die Fingerabdrücke der Person darauf gespeichert werden. Die können einzig und allein nur dazu dienen, im Bedarfsfall mit Fingerabdrücken von Verdächtigen verglichen zu werden.
Von: bravo56 am 28 Juli, 2008
um 21:23
Natürich hast du Recht, damit das staatliche Stellen die Informationshortung auf ein ganz neues Niveau bringen.
Jedoch denke ich das die Freigibigkeit der Nutzer, was ihre Informationen angeht dieser Tendenz erst den Weg geebnet hat, den wenn eine Praktik nicht schon in der Gesellschaft verankert ist, dann wird es selbst für eine Regierung verdammt Schwer, ein entsprechendes Gesetzt umzusetzten.
Doch weil es ein schleichender Prozess war, ist es für die meisten Benutzer schon alltäglich, ihren Namen auf vielen Webseiten zu hinterlassen.
In den ersten Jahren, als das Internet gerade in Mode kam, hat man sich noch beschwert, wenn man überhaupt Informationen von sich preisgeben sollte und mied die entsprechende Webseite, wenn man nicht unbedingt auf die Informationen angewiesen war.
Heute kümmert es niemanden, das man, um einen einfachen Foreneintrag zu lese sich erst registrieren muss.
Wenn auch nur 1/4 der Internetnutzer die AGB verstehen, bzw. durchlesen würde, wüsste viel mehr Menschen, über Klauseln wie etwa die Weitergabe der Daten an „Geschäftspartner“ bescheid, da diese AGB jedoch in der Regel unübersichtlich und verwirrend gestaltet sind, voll von Beamtensprache, klickt man lieber einfach auf OK und schon surft man scheinbar Unbehelligt weiter.
Diese Nachlässigkeit beim Datenschutz ist aber schon so weit fortgeschritten, das sich kaum einer Gedanken darüber macht und genau da setzt der Staat seine Gestzte ein, um eine bestehende Tendenz, die Macht der Gewohnheit, für seine Zwecke auszunutzen.
Ich glaube weder, das der Protest gegen die neuen Gestzte Falsch ist, noch das sie Sinnlos sind, jedoch wir die Geselschaft das Problem nur langfristig angehen können, wenn die „Wurzel“ allen Übels, der mangelnde Datenschutz, ausgemerzt wird, das heisst man muss den Grund elimineren, der die momentane Entwicklung bedingt und nicht nur die momentanen Auswirkungen, denn das ist nichts weiter als Flickschusterei.
Von: newloki am 28 Juli, 2008
um 22:48