Verfasst von: newloki | 1 September, 2008

Ein Lichtblick in der Bildungspolitik?

Heute gab die SPD in einer Pressemitteilung ihren neuen Plan zur Bildungs-, Ausbildungs- und Erziehungspolitik bekannt.

Viele der darin angesprochenen Punkte stimmen mich Froh, wenn sie denn wirklich so umgesetzt werden sollten, da sie in meinen Augen zur Verbesserung der Bildungssituation beitragen können.
Nur warum das Rad Neu erfinden, alternative Schulformen, die die von der SPD genannten Punkte umsetzten gibt es schon, ich selber darf mich Glücklich schätzen, auf eine dieser freien Schulen gehen zu können.

Wir streben kleinere Klassen und mehr Personal für individuelle Förderungsmöglichkeiten an.

Unser Schulsystem muss deutlich durchlässiger werden. Wir wollen, dass Schülerinnen und Schüler länger gemeinsam lernen können. Die SPD wird sich daher für den Ausbau von integrativen Schulformen stark machen.
Pressemitteilung


Alle Schüler und Schülerinnen durchlaufen ohne Sitzenbleiben 12 Schuljahre. Der Lehrplan der Waldorfschulen ist auf die Weite der in den Kindern liegenden seelischen und geistigen Veranlagungen und Begabungen ausgerichtet. Deshalb tritt vom 1. Schuljahr an neben die mehr sachbezogenen Unterrichtsgebiete ein vielseitiger künstlerischer Unterricht. Durch diesen werden die für den einzelnen Menschen wie für die Gesellschaft wichtigen schöpferischen Fähigkeiten und Erlebniskräfte gefördert.

http://www.waldorfschule.info

In den Waldorfschulen ist dieses Prinzip schon seit langem Gang und Gebe und es funktioniert auch, jedenfalls soweit, wie die Schulen Geld zur Verfügung gestellt bekommen, um die Qualität ihres Unterrichts zu gewährleisten. Da Jedoch in letzter Zeit, zumindest in Thüringen, jedes Jahr die staatlichen Zuschüsse für freie Schulen gekürzt werden, ist es für Schulen in freier Trägerschaft inzwischen sehr schwierig geworden, den Bildungsstandard, der oftmals höher als der Staatliche anzusiedeln ist, weiterhin zu gewährleisten.

Die SPD wird die Berufsorientierung verbindlich in allen allgemeinbildenden Schulen einführen und für mehr Beratung beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Studium sorgen. Dafür wollen wir die Partnerschaft von Schule und Wirtschaft weiter stärken.
Pressemitteilung

In der Oberstufe sind in der Regel folgende mehrwöchige Praktika Bestandteil des Lehrplanes: Das Landwirtschaftspraktikum (Landbaupraktikum) in der 9. Klasse, das Feldmesspraktikum in der 10. Klasse, das Betriebspraktikum und das Sozialpraktikum in der 11. oder 12. Klasse. Einige Schulen bieten auch ein Forstpraktikum an.
http://waldorfschulen-hamburg.de

Auch „Partnerschaft von Schule und Wirtschaft,“ die die SPD stärken möchte, um den Schülern nach der Schule einen leichteren Einstieg in die Ausbildung zu ermöglichen ist in der Waldorfpädagogik schon lange Standard, so musste auch ich diverse Praktikas durchlaufen, die mich auch in Richtungen führten, die ich ganz sicher nicht als mein berufliches Ziel sehe. So musste ich im Sozialpraktikum in einem greizer Altersheim arbeiten, was ich Freiwillig wahrscheinlich nie getan hätte, aber aufgrund dieses Praktikums musste ich Sozial umdenken und lernte eine Menge über den Alltag im Pflegesektor.
Sowohl im Handwerkspraktikum, als auch im Betriebspraktikum konnte ich wichtige Eindrücke aus der Arbeitswelt erhalten und Konatkte für meine mögliche spätere Karriere knüpfen.

Die Hauptschule kann ihren Auftrag unter den sich verändernden Rahmenbedingungen nicht mehr erfüllen. Wir wollen die Hauptschule als Schultyp abschaffen und in neue Strukturen überführen.
Pressemitteilung

Dieser eine Punkt ist es, der mich ein bisschen nachdenklich macht, was ist den nun  mit den Leuten, die definitiv keinen Realschulabschluss schaffen? Werden diese einfach auf die Straße gesetzt, oder wird für diese eine leichtere Realschulprüfung eingesetzt? Letzteres wäre auf kurze Sicht, besonders für die Bilanzen, natürlich sehr Förderlich, würde jedoch über Kurz oder Lang dazu führen, das der Realschulabschluss nichts mehr Wert ist und somit jeder, der einen „anständigen“ Job haben will, auch wenn es nur eine Ausbildungsstelle sein sollte, ein Abitur machen muss.
Somit würde, im schlimmsten Fall, der Hauptschulabschluss durch den Realschulabschluss und der Realschulabschluss durch das Abitur ersetzt werden, was die momentane verdummung der Gesselschaft nur vorrantreiben würde (dazu hier mehr).
Die humanste und wie ich denke beste Lösung wäre es, den Hauptschulabschluss durch eine gleichwertige Ausbildungsalternative zu ersetzen, also den Schülern, die einfach nicht die intellektuellen Fähigkeiten für einen Realschullabschluss haben, eine Alternative anzubieten, zum Beispiel, indem man diese in einer betrieblichen Ausbildung unterbringt. Das würde natürlich nach sich ziehen, das man entweder diese Schüler in einen Beruf zwingen müsste, den sie womöglich gar nicht haben wollen, oder das man die Berufsorientierungsgespräche, die die SPD ebenfalls fördern will, viel früher mit den Schülern führen muss, was natürlich heisst, das man auch die schon besprochenen Praktikas, die ja zur Berufsorientierung dienen sollen, viel früher in den Lehrplan mit einplanen müsste.

Aber wenn man schon mal dabei ist, warum nicht gleich das Abitur ergänzen? Viele die das Abitur machen, werden auch in Fächern geprüft, die sie im Studium nie wieder brauchen, währe es nicht viel sinnvoller, ein weniger vollgepacktes Abitur einzuführen, das dafür viel stärker auf die Indiviuellen beruflichen Interessen eingeht, einzuführen, also das ein Schüler, der Mathematik studieren will, keine Musikprüfung schreiben muss, dafür aber 3 verschiedene Mathematikprüfungen, die dann auch im Anspruch viel höher sein können, als das Allgemeine Abitur.


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