Am letzten Freitag war Soilwork in Jena im F-Haus, natürlich hatte ich Karten, weil schon Soilwork an sich eine geile Band ist, aber als ich dann noch erfahren habe, das Deadlock ebenfalls spielen sollte, war ich hin und weg.
Also möchte ich euch einfach mal meine Impressionen von diesem Konzert schildern.
Obwohl wir schon zum eigentlichen Einlasstermin da waren, 20 Uhr, mussten wir noch eine halbe Stunde auf eben diesen Warten, was in der Kälte kein Zuckerschlecken ist.
Nach dem wir nun leicht angeseuert eingelassen wurden, gab es gleich das nächste Problem, der Türsteher hatte was gegen mein Pausebrot, was ich nicht geschafft hatte zu essen in der Schule, war dann aber leicht zu besänftigen, in dem ich es ihm einfach anbot (er hat leider abgelehnt).
Die erste Band war gleich Deadlock, leider mit einem anderen Sänger, weil Joe leider Krank war.
Bei ihrem 3 Lieder langen Auftritt konnte der Ersatzsänger auch nicht wirklich überzeugen, so das ich von Deadlock ziemlich enttäuscht war.
Nach einer kleinen Pause hatten dann One Way Mirror dran, die es aber nicht schafften für Stimmung zu sorgen, weil sowohl die Musik, als auch die Texte von ihnen einfach nur das Letzte waren.
Mit extrem schlechter Laune erwartete ich nach einer weiteren Pause dann Soilwork, es konnte ja nur noch besser werden.
Jedoch haben diese meine Erwartungen bei weitem übertroffen, ihr knapp 2 1/2 Stunden langer Auftritt war das Beste, was ich bisher erlebt habe und einfach nur unvergesslich, auch das ich mir den Fuss beim Moshen verstaucht habe, tat meiner Stimmung keinen Abbruch, weil der Auftritt einfach so dermaßen geil war, das man nicht anders konnte als sich völlig zu verausgaben.
Doch ich glaube man muss selber dabei gewesen sein, ansonsten wird man mir es nicht Glauben, wenn ich sage das war das beste Konzert seit langem.
Soilwork-Konzert im F-Haus
Veröffentlicht in Konzerte | Schlagworte: Deadlock, F-Haus, One Way Mirror, Soilwork
Schülerstreik in Jena
Gestern war es nach 3 wöchiger Vorbereitung soweit, wir als Jugend standen auf, erhoben unsere Stimmen, zeigten das wir nicht mehr nur ertragen und einstecken, sondern das wir etwas tun gegen ein System welches nicht mehr funktionstüchtig ist, sondern dort spart, wo Ausgaben notwendig sind, um die demokratischen Ideale zu erhalten.
Trotz eines Verbotes des thüringer Kultusministeriums und der Androhung von Schulverweisen trafen sich schätzungsweise 800 Schüler, um gemeinsam gegen die aktuelle Bildungpolitik zu Protestieren, gegen eine Teilung des Bildungssystems nach 4 Jahren Schule, für eine erhöhung der finanziellen Mittel für Bildung, verwirklichung eines kostenlosen Schulsystems, gleiche Bildungschancen, einheitliche Lehrpläne, kleinere Klassen, mehr Lehrer und ein kostenloses, warmes, gesundes Essen für jeden Schüler.
Auch ich habe mich dieser Demo angeschlossen, weil ich ebenso unzufrieden bin, mit dem momentanen Bildungssystem, welches eine Klassengesellschaft, auf Grundlage einer Lehrerbewertung in der 4. Klasse aufbaut und dieses als Chancengleich bezeichnet.
Zu dieser viel zu frühen Einteilung der Schülerschaft in Leistungsklassen kommt auch noch eine Einteilung der Schüler in finanzielle Schichten hinzu, den es kann sich nicht jeder die Schulmaterialien, das Schulessen, Exkursionen und Fahrtgelder leisten, jedoch sind gerade diese finanziell schlechter gestellten Schüler von Haus aus eh schon benachteilligt, was die Bildung angeht, was zu einem akuten Fachkräftemangel führt, einfach weil eine Förderung schon viel zu Früh abgelehnt wird.
Video zum jenaer Schülerstreik
Die oben gschilderten Ziele haben auch mich dazu bewogen bei diesem Schulstreik mitzuziehen, auch wenn ich dafür bestraft werden sollte.
Enttäuscht war ich lediglich von einnigen Krawalbrüdern, die zwar nicht in Jena, dafür aber in Berlin und anderen Städten, auftraten und die ehrbaren Ziele dieses Streikes, die eh schon eine geringe Chance hatten durch die Presse in die Öffentlichkeit zu gelangen, zu Karikaturen verkommen ließen. Warum müssen immer wieder einige wenige die Bemühungen von vielen zu Nichte machen? Genau deswegen brauchen wir dringend mehr Bildung, damit auch Menschen mit geringen kognitiven Fähigkeiten den eigentlichen Sinn einer solchen Demo begreifen, der eben nicht in der Zerstörung einer Universitätseinrichtung besteht, sondern in dem friedlichen Protest gegen ein System, welches veraltet und marode ist. Die Demo war als lautstarker Protest geplant, um auf Missstände aufmerksam zu machen und ein Bewusstsein in der Bevölkerung für die Probleme unserer Bildung zu schaffen und nicht als infernaler Aufstand gegen die Obrigkeit, aber genau das kam in der Presse mit Rüber, es wird eben weniger auf die vielen Tausend friedlichen Demonstranten gesehen, sondern viel mehr auf die Hand voll gewaltbereiter Irrer, nur weil dieses als Story ergibiger ist und man somit die eigentlichen Problem weder benennen muss, noch sich mit ihnen auseinandersetzten muss.
Enttäuschung machte sich in mir auch bei den Ansprachen der Politiker von Linken, SPD und Grünen breit, die auf dem Universitätscampus stattfand, wo uns allen Versprochen wurde, unsere Ziele, unter der Beteuerung, das wir das Richtige tun würden, umzusetzten, wenn wir die Entsprechende Partei wählen würden, oder besser gesagt unsere Eltern und Großeltern zur Wahl dieser Partei bewegen würden. Zu diesem Zeitpunkt stellte sich mir die Frage, ob das ganze ein Streik war, oder eine Wahlkampfveranstaltung.
Doch am meisten geschockt war ich von der FDP, die zur Demo kein Parteimitglied als Redner entsand hatte, sich aber im Nachhinein mit den Schülern „Solidarisierte“ (http://www.fdp-thueringen.de/jena/news/2188-barth_unterstuetzt_das_anliegen_des_bundesweiten_schuelerstreiks.html).
Jedoch war das beste Erlebnis dieser Demonstration die Gesichter der Angestellten des T-Systemhauses am Markt, von denen einige zu klatschen anfingen, als die Demonstranten an ihnen vorbei zogen.
Es bleibt mir nur der Wunsch, das sich bald alle, denen die Missstände zu zahlreich geworden sind, die es nicht länger ertragen nur Still zu halten, erheben mögen, ihr grundrechtlich zugesichertes Ideal auf Versammlungsfreiheit in Anspruch zu nehmen und lautstark zu bekunden was in diesem, unserem Land, Falsch läuft, den nur so können wir noch eine Veränderung bewirken, ansonsten sollten wir alle Still sein und unsere Beschwerden herunter schlucken, wer den Mut nicht hat seine Rechte in Anspruch zu nehmen, der solle doch Schweigen, aber an all diejenigen, die sich aufraffen können, um für ihre Ziele im Rahmen des Grundrechtes zu Kämpfen, möchte ich appelieren, ebenfalls zu streiken, legen wir die deutsche Wirtschaft für ein paar Tage lahm und sie werden sich anhören müssen, was wir zu sagen haben.
Veröffentlicht in Politik | Schlagworte: 3 gliedriges Schulsystem, Bildungspolitik, Bildungswesen, Demonstration, Jena, Mut zur Veränderung, Protest, Schüler, Schülerstreik, Schule, Streik
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